Auf den Spuren des Feuersalamanders

(Klettersteigtouren im Gebiet des La Schiara und auf dem Hin-und Rückweg)

vom O6. - O9. September 08 DAV-Sektion Ansbach

Wegen des etwa 630 km langen Reiseweges haben wir uns bereits morgens um 05:00

von Ansbach aus auf den Weg in Richtung südliche Dolomiten, genauer Dolomit  Bellunes

gemacht. Wir, das waren Peter (Guide), Karin (second Guide), Nadine, Hanne, Erwin,

Thomas und ich. Südlich von Bozen, genauer an der Anschlussstelle Egna-Ora haben wir die

Autobahn verlassen und den Parkplatz an der alten Brennerstraße 12 zwischen Salurn und

San Michele all' Adige beim Ristorante Cadino angesteuert.

Ohne lange Vorrede waren die Klettersteigsets schnell angelegt. Nach kurzem Aufstieg hatten wir

den Einstieg zur Via ferrata Rio Secco erreicht. Bald wurde klar, dass der Name des Klettersteigs

nicht etwa das Programm  für das Durchklettern eines trockenen Flussbettes beschrieb, sondern

lediglich den jahreszeitlich nahezu auf null gesunkenen Wasserstand.  Jedenfalls war der Fels

nahezu überall von einem kräftigen Wasserfilm überzogen. Hier waren die im Klettern geübten

klar im Vorteil, vom Schuhwerk und der Technik her. An einer ganz kritischen Stelle haben sich ein

paar der Gruppe und auch ich entschieden, den weniger kräftezehrenden Umweg zu nehmen.

Der Rückweg, auch mit einigen Leitern ausgestattet, war sehr angenehm und bei der

Hitze des Nachmittags von ca. 30° C konnte man froh sein, dass es bergab ging. Wohlbehalten

und guter Dinge setzten Wir unsere Fahrt zum Campingplatz am Lago del Corlo bei Arsie'.

Schon unterwegs zeichnete sich ab, dass wir mit dem Zeltaufbau flott sein mussten. So war es

dann auch. Nach der ordentlichen Pizza und einem Bier hatten wir die nötige Bettschwere

und fanden trotz heftigen Gewitterregens, jedenfalls mehrheitlich, ein trockenes Zeltlager.

Es war Sonntag, ich war müde und war mit zwei weiteren unserer Gruppe froh heute ausspannen zu können.

Den ersten Teil des Tages haben wir großzügig ausgelassen, denn es stand ja noch der

Zustieg zur Hütte Ref. 7° Alpini an.

Für Peter und drei weitere Kletterer klingelte um 6 Uhr der Wecker. Für sie ging es vom

Campingplatz in Richtung Süden über Bassanound Crespano ins Tal San Liberale, 589 m, wo

sich die Gipfel des eher bekannten Monte Grappa und des Monte Boccaor auftürmten. Der Monte

Boccaor, 1532 rn, war ihr Ziel. Im erst bewaldeten Zustieg zum Klettersteig „Sass Brusai“ wurden

sie von einem viertelstündigen Regenschauer gründlich gewaschen. Doch wie bestellt lachte

die Sonne schon Wieder, als sie den Einstieg zum Klettersteig erreicht hatten.

Durch eine bestens gesicherte Route ging es durch die Südwände Richtung Gipfel. Die Aussicht War

grandios! Nacheiner luftigen Hängebrücke am Ende des Steiges hatten sie nach 3 Std. den Gipfel erreicht,

auf dem noch heute die Militärwege und Schützengräben als stille Zeugen des 1. Weltkrieg zu erkennen sind. Nach einem raschen Abstieg war die Gruppe am frühen Nachmittag wieder zurück am Campingplatz. Bei strömendem Regen mussten noch die restlichen Zelte abgebaut und der Weg zum Parkplatz am Ortsrand des

Weilers C. se Bortot  (694m), unmittelbar nördlich von Belluno gefunden werden. Wir hatten alle

schon die Regenklamotten herausgekramt  u.m  für den ca. dreistündigen Aufstieg zum Ref. 7° Alpini gerüstet zu sein. Wie bestellt hörte der Regen auf.  Unterwegs bot sich ein besonderes Schauspiel. Viele Feuersalamander, Frösche und Bergsalamander haben ihre Verstecke verlassen und unseren Weg gekreuzt oder sich auf den

Wegböschungen gezeigt. Ein wunderbares Naturereignis auf dem Weg zu unseren Klettersteigerlebnissen. Etwa um 19:00 Uhr haben wir das vor den wilden, sich hoch auftürmenden Südwänden des Schiaramassivs, wunderschön gelegenen Refugio settimo Alpini (l.502m) erreicht.

Am frühen Morgen des 08. Septembers war unter uns Belluno und mit ihr das Tal der Piave

im dichten Wolkenmeer eingebettet. Nach einem kräftigen Frühstück machten wir uns auf dem

steilen Steig direkt zum Fuß der Wand, in der nach dem 2. Weltkrieg Oberst L. Zacchi und

andere Gebirgsjäger die Ferrata eingerichtet haben. Kurz nach dem Einstieg konnte man

schon die Ferrata del Marmol rechts von uns erkennen, auf der wir dann später talwärts

gelangen würden. Leider wurde die Sicht durch immer dichter werdende Nebelschwaden auch

in höheren Lagen so schlecht, dass wir unser Highlight, den schlanken Monolithen „Gusela del

Vescova“ nur manchmal ahnen konnten.

Nach einer gemütlichen Rast in der Biwakschachtel  Ugo della Bernadina (2.320m), hat ein Teil der Gruppe noch einen Ausflug unternommen. Von der Biwakschachtel del Marmol (2.266m) ging es dann auf der oben

erwähnten Ferrata del  Marmol zurück zum Ref. 7° Alpini. Insgesamt ist die Ferrata Zacchi

als schwierig und del Marmol als mittelschwer einzustufen. Es gibt keine wirklichen

kräfteraubenden Knackpunkte. Das Gebiet gilt Wegen der dicht gedrängten Lage von fünf

Klettersteigen als echtes Klettersteig-Dorado.  

 

Bei einem stimmungsvollen Abend haben wir uns entschlossen dem Schiaramassiv ade zu sagen und auf dem Heimweg noch die bei Innsbruck gelegene Martinswand (Kaiser-Max-Klettersteig) in Angriff zu nehmen.

Das Wetter wurde sehr gut.

Die Martinswand ist ein Klettersteig, der in zwei Abschnitte eingeteilt ist und von der nahen

Straße aus als sog. Drive in „eingesammelt“ werden kann. Der erste Abschnitt reicht vom

Einstieg aus bis zur ca. auf 840 m Höhe gelegenen Maximiliansgrotte (ca. 2/3 des

Gesamtaufstiegs) und ist als schwierig und sehr luftig eingestuft. Der zweite Abschnitt

wird wegen der 100m-Vertikalen am Fixseil als extrem schwierig eingestuft. Das war natürlich

eine willkommene Herausforderung für die Sportkletterer unter uns.

Wohlbehalten sind wir dann so um 23:00 Uhr wieder in Ansbach angekommen.

Es waren ein paar sportliche und erlebnisreiche Tage in einer angenehmen Runde,

die trotz der relativ langen Autofahrt noch lange in guter Erinnerung bleiben werden.

Vielen Dank an den Peter, der die Tour wieder souverän geleitet hat.

 

Axel Zwiener