Gipfel
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Klettersteigtour - Hoher Dachstein

06.09.2012 - 09.09.2012

Von Wetterfröschen, Tyrannosaurus und Anna, der Geliebten des Erzherzogs Johanns

Autor: Georg Lober

 

Ursprünglich lautete der Plan 6 Uhr ab Ansbach Vereinsheim und dann baldmöglichst am Dachstein ankommen. Aber unser Guide Peter ließ kurzfristig sein Improvisationstalent spielen und wir fuhren Richtung Waidring/Tirol. Peter begründete dies mit der Schlechtwetterlage, die momentan noch im Alpenraum herrscht, die aber nach Osten hin abzieht. Und rund um den Dachstein wird es erst morgen schöner. Als wir in unserem kurzfristig geplanten Gebiet auf der Steinplatte ankamen, wusste das Tief aber scheinbar nicht, dass es eigentlich schon Richtung Osten unterwegs sein sollte. Es regnete und außer Nebel war nichts zu sehen. Der normalerweise hektische Aufbruch mit Jacke anziehen, Schuhe binden und Rucksack schultern fand nicht statt, wir warteten in unserem Sprinter auf besseres Wetter. Peter hat es ja gesagt. Nach einer knappen Stunde marschierten wir dann doch los, ungefähr 15 Minuten lang – dann kehrten wir in der Stalleralm auf eine warme Suppe ein, in der Hoffnung dass die Prophezeihung von Peter in Erfüllung geht. Der Wirt der Stalleralm machte uns da wenig Hoffung: „ Glaub mir, i kenn die Steinplattn guat und wenn des Wetter do so drinn hängt, dann tuat si in fünf Stundn nix“. Wir gingen aber trotzdem los, Richtung Klettersteig auf den Gipfel der Steinplatte, denn auch das Wetter wurde besser. Als wir im schönen Klettersteig, Schwierigkeit C, ein kleiner Bereich auch D, waren, klarte es auf und wir hatten teilweise einen tollen Ausblick. Das Wetter besserte sich immer mehr als wir vom Gipfel abstiegen – Peter war doch ein besserer Wetterfrosch als die heimischen Wirte, na ja, vielleicht wollte er auch, dass wir noch länger blieben. Dass wir beim Abstieg dann noch in die Triaszeit versetzt wurden, hat nichts mit Höhenrausch und zu langem Hüttenaufenthalt zu tun, nein, denn als wir plötzlich einem Tyrannosaurus Rex Aug in Aug gegenüber standen, befanden wir uns in dem TRIASSIC PARK, den geschäftstüchtige Tourismusmanger auf der Steinplatte errichteten.

Zurück am Bus ging es dann Richtung Lofer und Saalfelden wo wir uns in einem kleinen Ort den Luxus gönnten und in einer Pension nächtigten. Am nächsten Tag fuhren wir dann über Saalfelden und am Hochkönig vorbei nach Ramsau am Dachstein.

Jetzt lief bei herrlichem Sonnenschein alles wie gewohnt nach Plan, raus aus dem Bus, rein in die Stiefel und los Richtung Dachsteinsüdwandhütte hin zum Anna-Klettersteig, der auf den Mitterstein (2097 m) führt.  Ein wunderschöner Klettersteig mit Schwierigkeitsgrad bis hin zu C/D. Der Anna-Klettersteig wurde nach der Geliebten von Erzherzog Johann benannt, der Namensgeber für den Klettersteig war, den wir am nächsten Tag begehen wollten. Peter und die „Zimmermänner“, wobei ein Teil weiblich - die sehr aktive Hanne ist, erkundigten dann noch schnell den Einstieg zu eben diesem Klettersteig, den wir am nächsten Tag angehen wollten. Gemeinsam ging's dann zurück zum Parkplatz wo wir unser zusätzliches Gepäck, das wir für die Nacht brauchten, aufnahmen und zur OEAV- Austriahütte marschierten. Dabei konnten wir noch beobachten, wie die Bergwacht eine in Not geratene Person mit dem Heli aus dem Johann-Klettersteig barg. Und morgen gehen wir dahin. Aber Peter hat uns schon vorgewarnt – es wird nicht leicht! Aber bei herrlichem Wetter und blendender Laune zogen wir los, wieder vorbei an der Südwandhütte zum Einstieg und voll in den Stau rein. Denn da warteten schon einige am Einstieg, der auch gleich ein Überhang in der Klasse E war. Nachdem eine Lady wieder zurück ging und die anderen auch unschlüssig waren, ging Peter diese Stelle ohne Probleme an. Und auch unsere Gruppe schaffte den Einstieg fast geschlossen, einige mit mehr, andere mit weniger Mühe. Und dann durch die Dachstein-Südwand nach oben. Zeitweise ging es schon ganz schön kernig zur Sache, wobei es die Sonne fast zu gut meinte. Um halb elf stieg Peter ein um 14 Uhr waren wir dann, zwar geschafft aber glücklich, oben auf der Seethalerhütte. Ich glaub, mir hat das Schiwasser noch nie so gut geschmeckt, ich brauchte gleich zwei davon. Auf den Anstieg zum Dachsteingipfel über die Schulter verzichteten wir dann doch. Nicht weil es uns zu viel wurde, die Pause auf der Hütte tat Wunder, sondern da wollten schon mehr rauf. Und schon am Einstieg standen an die 30 Bergfexe herum und in der Wand sah man sie aufgereiht wie an einer Perlenkette. Wir gingen über den Hallstätter Gletscher zur Bergstation der Dachstein-Gletscherbahn. Einige nutzten den Abstieg via Bahn, aber einige ganz aktive stiegen „by fair means“ ab, wir mussten dann mit dem Abendessen auf sie warten, denn es war eine „Mordstour“ die sie da noch unternahmen. Aber nichts desto trotz wurde es wieder ein schöner Hüttenabend mit leckerem Essen und gutem Bier und Wein.

Am letzten Tag durften dann alle guten Gewissens die Bahn nutzen, denn mit Übernachtung auf der Austriahütte erhält jeder eine kostenlose Berg- und Talfahrt spendiert. Mit uns fuhr dann auch bei herrlichem Sonnenschein eine Gruppe slowakischer Langläufer mit ihren schmalen Brettern hoch, um auf dem Gletscher zu trainieren. Einheimische auf dem Gletscher sagten dann auch schon für Mittwoch Schnee voraus, diesmal hatten sie, im Gegensatz zur Steinplatte, auch Recht behalten. Aber das war für uns jetzt nicht wichtig, denn wir gingen zunächst über den Westgrad Klettersteig auf den Großen Koppenkarstein (2863 m) und wieder zurück. Dann zum Schluss nochmals ein kurzer Steig über die Felsen hoch zur Bergstation. Dass wir dann von halb zwei bis abends um neun Uhr im Sprinter saßen, weil so viele andere auch unterwegs waren, das konnte die schönen Tage auf der Steinplatte und im Dachstein auch nicht schmälern, wo uns Peter zu herrlichen Klettersteigen führte.

Folgende Teilnehmer waren dabei:  Axel, Christoph, Corinna, Elke, Erwin, Georg, Hanne und Uwe, Leiter Peter Jörg.

 

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, vorne Georg Lober
Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, vorne Georg Lober

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, vorne Georg Lober

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, 06.09.2012, 14:14 Uhr
Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, 06.09.2012, 14:14 Uhr

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, Uwe, 06.09.2012, 14:14 Uhr

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, 06.09.2012, 14:23 Uhr
Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, 06.09.2012, 14:23 Uhr

Klettersteig unterhalb des Triassicparks auf der Steinplatte, leichter Steig zur Eingewöhnung, 06.09.2012, 14:23 Uhr

Auf gehts zum Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 11:07

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 11:48
Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 11:48

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 11:48

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 12:39
Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 12:39

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 12:39

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 15:20
Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 15:20

Im Anna-Klettersteig, benannt nach der Geliebten von Erzherzog Johann, 07.09.2012 um 15:20

Abstieg vom Anna-Klettersteig, 07.09.2012 um 15:30
Abstieg vom Anna-Klettersteig, 07.09.2012 um 15:30

Abstieg vom Anna-Klettersteig, 07.09.2012 um 15:30

Einfach ein fotogener Schneerest
Einfach ein fotogener Schneerest

Einfach ein fotogener Schneerest mit der Wegmarkierung

Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden
Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden

Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden

Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden, Einstieg = Schlüsselstelle, 08.09.2012, 09:57
Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden, Einstieg = Schlüsselstelle, 08.09.2012, 09:57

Zustieg zum Johann Klettersteig, Diff. "D/E", 700 hm 4 bis 5 Stunden, Einstieg = Schlüsselstelle, 08.09.2012, 09:57

Schlüsselstelle markiert >>>> Beginn und Ende der Schlüsselstelle ca. 4 bis 5 m
Schlüsselstelle markiert >>>> Beginn und Ende der Schlüsselstelle ca. 4 bis 5 m

Schlüsselstelle markiert >>>> Beginn und Ende der Schlüsselstelle ca. 4 bis 5 m

Schlüsselstelle markiert >>>> Beginn und Ende der Schlüsselstelle ca. 4 bis 5 m
Schlüsselstelle markiert >>>> Beginn und Ende der Schlüsselstelle ca. 4 bis 5 m

Aufstiegsroute, die schwarzen Punkte (fast wie einen Perlenschnur) sind Kletterer

Bergtour im südlichen Karwendel

Speckkarspitze
Speckkarspitze


21.09.2012 - 23.09.2012
Autor: Axel Zwiener
Tour-Nr.: 2012/41

auch im Notlager gibt´s ein Luxus-Schlafquartier!

Freitag:

Wie sich später herausstellte war es eine gute Fügung, dass wir zwei Stunden früher als vorgesehen, schon um 11:00 Uhr vom Vereinsheim in Ansbach starten konnten. Sicher und flott steuerte uns Armin im Vereinsbus den Bergen entgegen. Wider Erwarten haben wir die Dauerbaustelle im Zuge der A9 zwischen Neufahrn und Allershausen ohne Stau passieren können. Nach einem kurzen Boxenstopp an der Raststätte Holledau ging es zügig weiter über das Inntaldreieck Richtung Innsbruck. Bereits um 14:50 Uhr hatten wir den nördlichen Ortsrand von Absam am Eingang zum Halltal erreicht. Mit großen Augen stellten wir fest, dass die asphaltierte Forststraße bis zum Parkplatz 4, nahe dem ehemaligen Kloster St. Magdalena, wegen des Abganges einer riesigen Mure bereits seit Jahresbeginn gesperrt ist. Leider war dies in der Beschreibung des Zustiegs zur Pfeishütte, zu der wir heute noch wollten, nicht vermerkt. Also den sehr schön angelegten Parkplatz 1 (775 m ü.NN) ansteuern und Rücksäcke auf und los! Mittlerweilen war es 15:10 Uhr und ein bis eineinhalb Stunden Fußweg mehr, waren nun für die rund 1700 hm einzuplanen. Bereits um 16:30 hatten wir über den sogenannten „Fluchtweg“ St. Magdalena erreicht und uns eine kleine Rast gegönnt. Zügig ging es weiter und nachdem noch mindestens 3 Std. bis zur Pfeishütte vor uns lagen, hatten sich Anja und Gerhard bereit erklärt, die Vorhut zu bilden um dem Hüttenwirt unsere verspätete Ankunft so früh wie möglich mitzuteilen. Als wir das etwa 86% steile Hafelekar zum Stempeljoch erreichten wurde es schon langsam dämmrig und frisch. Teilweise war der Pfad mit der Nummer 221 durch das Kar verschüttet, so dass man sehr aufmerksam sein musste, um nicht im Geröllfeld oder weiter oben auf den vereisten Trittstufen abzurutschen. Etwa um 18:20 Uhr hatten die ersten das Stempeljoch (2.215 m ü.N.N.) erreicht und um 20:00 Uhr war dann die Gruppe vollständig bei der sehr gut belegten Pfeishütte (1.950 m ü.N.N.) angekommen. Nach einem schönen Abend in der gemütlichen Hütte bot sich dann für Freunde von Schnarchkonzerten eine eindrucksvolle Nacht.

 

Samstag:

Gestärkt an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es dann um 08:30 Uhr wieder hinauf zum Stempeljoch mit dem Ziel Bettelwurfhütte. Zum Glück war der nächtliche Regen nicht zu Eis gefroren, sondern hatte die Schneereste im Kar weggespült.

Das Wetter schwankte zwischen leichten Schauern und kurzfristigen Aufklärungen. Auf dem Weg zum Lafatscher Joch (2.080 m ü.N.N.) konnten wir auf der gegenüberliegenden Bergflanke der Pfeiserspitze unseren gestrigen Anstieg zum Stempeljoch bewundern. Der Weg schnurstracks zur Bettelwurfhütte wäre dann doch ein bisschen wenig Herausforderung gewesen. Als kleine Zugabe haben wir uns den Gipfel der Speckkarspitze (2.621 m ü.N.N.) vorgenommen. Dunkle rasch herziehende Wolken ließen kein langes Gipfelglück zu. Der bequeme Weg zur Bettelwurfhütte, die man früh zu Gesicht bekam, gestaltete sich als langer Hatsch, der aber schöne Tiefblicke ins Inntal ermöglichte. Ziemlich entspannt haben wir kurz vor 16:00 Uhr die Hütte erreicht. Der Bezug des Notlagers stellte sich als Glücksfall heraus. Matratzenbreite 80 cm! Wir unter uns und nahezu Totenstille unter dem Gebälk. Nur einmal… aber das ist eine andere Geschichte.

 

Sonntag:

Nach einem gemütlichen Hüttenabend und einer ruhigen Nacht versprach der kommende Tag auch wettermäßig sehr schön zu werden. Der Kaffee in den großen Humpen war nicht nur reichlich sondern auch im Geschmack vorzüglich, da konnte nichts mehr schief gehen. Um 07:40 Uhr ging es dann hinauf zum großen Bettelwurf, dessen Spitze wir bei strahlendem Sonnenschein um halb zehn erreichten. Hier haben wir uns eine halbstündige Rast mit traumhaftem Fernblick gegönnt. Der Rückweg führte uns zurück zur Bettelwurfhütte, in der wir nicht benötigtes Gepäck deponiert hatten. Zeit zum Mittagessen und Genießen auf der Sonnenterrasse. Der Abstieg erfordert die volle Aufmerksamkeit und bot für einige rasante Abwärtsfahrten in Geröllfeldern. Um kurz nach drei haben wir dann den Parkplatz erreicht und uns noch eine Abkühlung für die Füße im dortigen Kneippbad gegönnt. Mit einigen Staus, aber rascher als befürchtet konnten wir die Nadelöhre des Verkehrs passieren und sind wohlbehalten um 20:30 Uhr am Vereinsheim angekommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen es war eine sehr schöne, teils recht anstrengende Tour mit einer tollen Gruppe. Vielen Dank an unseren Bergführer Armin der seine Sache sehr gut gemacht hat und nicht zuletzt auch an den zuverlässigen Zweitfahrer Walter!